Mit Qualität und Individualität gegen den Einheitsbrei

Während einer Pandemie ein Unternehmen zu gründen, kann in die Hose gehen – oder aber ein richtiger Erfolg werden. Wie im Falle von Fluxus Solutions: das junge Unternehmen hat gerade erfolgreich ein Logistikprojekt für die DSV (Deutsche Saatveredelung AG) umgesetzt und ist bereit, sich einen größeren Teil vom Kuchen zu holen.
Redaktion: Angelika Gabor.
Anbieter von Lagersystemen gibt es wie Sand am Meer. Warum dann das Risiko eingehen? „Das Unternehmen, in dem ich früher gearbeitet habe, wurde von einem Konzern übernommen und strategisch neu ausgerichtet – allerdings konnte ich mich damit nicht mehr identifizieren. Mit zwei meiner Kollegen hatte ich schon früher über die Gründung eines eigenen Unternehmens gescherzt. Nach dem ersten Lockdown haben wir uns dann aber tatsächlich zusammengesetzt, einen Businessplan erstellt, das Risiko bewertet – und den Schritt gewagt“, erklärt Dominik Neppe, geschäftsführender Gesellschafter und Gründungsmitglied der Fluxus Solutions GmbH. Gemeinsam mit seinen langjährigen Wegbegleitern Gereon Fleck und Jon-Richard Schmitt, die ähnliche Vorstellungen von hochwertigen, effizienten Lagersystemen haben. Der Marktstart fiel mit 4.1.2021 mitten in die Corona-Pandemie, trotzdem konnte schon im ersten Jahr ein Gewinn erzielt werden.

Eines für alle.
Das bisherige Kompaktlagersystem der DSV konnte die Aufgabenstellung nicht erfüllen: die Einlagerung unterschiedlicher Ladungs-
träger – meist Euro-, Industrie- und CP-Paletten mit unterschiedlichen Beladungen, z.B. Sackware oder Big Bags –in ein dynamisches Blocklager. Ein herkömmliches Durchlauf- oder Einschubregal ist damit überfordert – nicht aber das FXS Dynamics TSS-System von Fluxus. Bei diesem verschleißarmen Paletten-Einschubregal (Carrier Push Back) werden Paletten (egal welcher Qualität) auf robusten, mit Rädern versehenen Schlitten abgesetzt, wodurch die Einlagerung der unterschiedlichsten Ladungsträger (Paletten) gewährleistet ist. Das Teleskop-Schlittensystem mit Last in – First out (LiFo) Prinzip arbeitet mit einer Neigung von 2% und macht sich die Schwerkraft zunutze, wodurch gleichzeitig Energie eingespart wird. „Im Gegensatz zu anderen Anbietern von TSS können wir bis zu 9 Paletten pro Kanal realisieren. Das bedeutet eine bis zu 225 % höhere Ausnutzung der vorhandenen Lagerfläche im Vergleich zu einem konventionellen statischen Palettenregal“ freut sich Neppe. Durch die kürzeren Wege für die Flurförderzeuge leistet das TSS einen weiteren Beitrag zur Ökobilanz der Anlage. „Nach einer Präsentation vor Ort anhand einer Testanlage war der Kunde überzeugt und wir erhielten den Zuschlag“, freut sich Neppe über die gelungene Umsetzung.
Partner für Systemintegratoren.
Das TSS-System, das sich übrigens hervorragend für die Pharma- und Chemieindustrie eignet, ist nicht das einzige Steckenpferd des Jungunternehmens. Zum Sortiment zählen auch andere Einschub-, Durchlauf-, Shuttle- und Karton-Durchlaufregalsysteme. Neppe: „Wir sind kein Billigheimer, sondern produzieren Qualität. Aufgrund unserer Fertigungsart können wir flexibel und individuell auf die jeweilige Situation eingehen und unsere Kunden beraten. Da unser Vertrieb gleichzeitig das Produkt designt hat, kann sofort eingeschätzt werden, was technisch möglich ist und was nicht. Dann wird das Produkt den Kundenprozessen angepasst – beispielsweise durch einen stärkeren Rahmen oder mehr Bremsrollen.
Diese Individualisierungsmöglichkeit ist ein großer Vorteil.“ Diesen Vorteil wissen auch namhafte Systemintegratoren und Wiederverkäufer zu schätzen, die bereits auf Fluxus vertrauen. „Wir hatten Bedenken, ob große Player einem neuen Unternehmen ihr Vertrauen
schenken würden, aber wir sind super aufgenommen worden“, so Neppe, zurecht stolz. Aktuell sind bereits weitere große Projekte in Planung, man darf gespannt sein. (AG)

Quelle: LOGISTIK express Journal 3/2022


 

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